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Die so genannte Kreispflegeanstalt Weinheim wurde 1885 als Einrichtung des badischen Landkreises Mannheim gegründet.

In den 1930er Jahren wurden dort durchschnittlich etwa 400 Patient/innen versorgt.



1934 übernahm der Arzt, Dr. Heinz Bock, Mitglied der NSDAP, die Leitung der Kreispflegeanstalt Weinheim. Auf der Grundlage des NS-„Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ wurden auch an Patient/innen der Kreispflegeanstalt Weinheim Zwangssterilisationen durchgeführt.


Die Patient/innen wurden teilweise Opfer der NS-Euthanasie. Bekannt ist, dass im Rahmen der „Aktion T4“ insgesamt mindestens 144 Patient/innen ermordet wurden. Die Methoden waren Giftgas in Grafeneck und Hadamar, Verhungern lassen. Von den jüdischen Patient/innen, die sich 1940 in der Kreispflegeanstalt Weinheim befanden, wurden ausnahmslos alle in die nationalsozialistischen Vernichtungsaktionen einbezogen. Einer von ihnen starb in Grafeneck, sechs wurden am 22. Oktober 1940 zusammen mit den badischen und saarpfälzischen Juden in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Vier von ihnen starben in Gurs, eine wurde von dort nach Auschwitz deportiert und dort ermordet, ein Schicksal bleibt unbekannt.


Im Oktober 1943 wurden insgesamt 224 Patient/innen der Kreispflegeanstalt Weinheim in andere badische Kreispflegeanstalten verlegt, um Betten für ein Ausweichkrankenhaus des Städtischen Klinikums Mannheim frei zu machen.

LiteraturBearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

  • Mannheimer Blumenpeter